Die Bhagavad Gītā ist Teil des grossen Epos Mahābhārata, ein großer Krieger steht mit seinem Wagenlenker am Abend vor einem entscheidenden Kampf auf dem Schlachtfeld und betrachtet die verfeindeten Heere. Auf beiden Seiten sieht der Krieger Arjuna Familie, Verwandte, Freunde und Lehrer. In dem Moment verlässt ihn sein ganzer Mut, er soll kämpfen, aber wie? Er hat Angst, ist verwirrt, fühlt sich schwach und sieht nicht klar – in beiden Heeren sind geliebte Menschen, eigentlich sollte es diese Krise nicht geben. Krishna, sein Wagenlenker hilft ihm und erklärt ihm wie er sich von den verwirrten Gefühlen und dem inneren Durcheinander befreien kann, damit er diese Schwierigkeiten überwinden kann.
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Jetzt fragt man sich vielleicht, warum spricht eine der wichtigsten Schriften im Yoga über Krieg und Kampf? Es soll doch um Frieden und Freiheit gehen, um Verbindung? Genauso verwirrt ist Arjuna, also hat man in dem Moment dieselbe Erfahrung wie sie Arjuna gemacht hat. Und nun geht es darum, sich damit auseinander zu setzen, statt es wegzuschieben. Jeder Tag in unserem Leben erfordert von uns zu kämpfen – wir können aber entscheiden ob wir diesen Kampf im Außen führen oder in unserem Inneren. Und dabei kann uns die Weisheit der Bhagavad Gītā leiten, sie kann uns zu mehr Bewusstheit führen über uns und somit für mehr Klarheit sorgen in unserem Leben. Wir können lernen wie wir diesen inneren Kampf beenden können.

Kapitel 2, Vers 1 bis 3

So saß mit Augen tränenvoll,
Von Gram umdüstert, Arjuna,
Doch zu dem tiefgebeugten Freund
Sprach also Madhu’s Sieger (Krishna) da:
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Wie kommt es, dass im Unglück jetzt
Verzagtheit deinen Sinn ergreift,
Die dir den Weg zum Himmel schließt,
Auf Erden Schande auf dich häuft?
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Verzweifle nicht, du Pritha-Söhn (Arjuna),
Nicht ziemt dies deinen Heldensinn;
Ermanne dich Paranthapa!
Gib dich nicht schwachem Kleinmut hin!